Die Nacht ist zum Schlafen da – schön wärs

Manchmal denkt man, man hätte einen wichtigen Meilenstein der Entwicklung der Brut endlich geschafft – um dann um so härter auf dem Boden der Realtiät zu landen. Zu früh gefreut. Beispiel gefällig? Nächtliches Durchschlafen. Die meinige Brut ist nun in einem Alter, wo Eltern denken, daß ihnen ihr Nachtschlaf wieder sicher ist, nach dem sie lange Jahre nur Abschnittsweise schlafen konnten – sei es wegen kranker (fiebernde, kotzende oder Schmerzen habende) Kinder, oder wegen Alpträumen, die sie nicht wieder einschlafen lassen, oder der Nachtschreck (grundlose Schreiattacken, gerne mitten in der Nacht und oft bis zu 45 Minuten lang, an die sich das betreffende Kind am nächsten Morgen nicht mehr erinnern kann), oder wegen eines Kindes, das nach einem nächtlichen Toilettengang (immerhin alleine, wenn auch klodeckelknallend) partout nicht wieder ins eigene Bett will. Naja, in unserem Haushalt betrifft das an sich nur das mütterliche Elternteil – das väterliche hat einen festen Schlaf, den nichts und niemand stören kann. Es wunderte sich nur immer, warum morgens ein Kind im Ehebett nebem ihm aufwachte.

Nun ist der jüngste Sproß 9 Jahre alt, und das mütterliche Elternteil – also ich – verzweifelt so langsam. Eine lange Zeit ging alles gut (jüngstes Kind bekam ein neues, großes Bett und schlief wunderbar durch). Man glaubt, alles wird gut. Derzeit brauche ich allerding eine große Dosis Koffein, um den Tag zu überstehen. Ich komme im allgemeinen mit wenig Schlaf aus: 5 oder 6 Stunden reichen mir, WENN, ja wenn ich denn durchschlafen könnte. Heute nacht gegen 4:40 Uhr bin ich wieder in das große, schöne, neue Bett des kleinen Kindes geflüchtet und bin ein wenig matt. Gestern morgen war allerdings der Hammer: jüngstes Kind kommt gegen 6:30 Uhr und steigt ohne ein Wort und mit halbgeschlossenen Augen über mich in mein Bett. Ich sehe, dass das das väterliche Elternteil unter seniler Bettflucht leidet und schon aufgestanden ist. Das Kind wird auf die freie Bettseite geschoben. Eingeschlafen. 6:50 Uhr kommt der Vater des Kindes ins Schlafzimmer und kramt seine Sportsachen raus. Ich bin zu müde, um gegen das erneute Wecken zu protestieren, und schlummere wieder ein. 7:10 Uhr klingelt das Telefon. Der durch das schrille Klingelgeräusch ausgelöste Adrenalinschub läßt mich zum Telefon springen, damit die Kinder nicht aufwachen. Der nette Angestellte des Township teilt mir via einer aufgezeichneten und automatisierten Rundumbotschaft mit, dass ein Bär in der Gegend gesichtet wurde und wie man sich bei einer Begegnung mit einem Bären zu verhalten hat. Kraftlos lasse ich den Hörer fallen und taumele zurück ins Bett. 10 Minuten später klingelt der Wecker. Wenn ich jetzt nicht aufstehe, verpasst Kind klein den Schulbus, und ich müßte eine 40mitütige Autofahrt auf mich nehmen, um es in die Sommerschule zu fahren. Ich gebe mich geschlagen und schleiche in die Küche, um Frühstück zu machen. Immerhin haben wir noch ein Paket deutschen Kaffees im Vorratsschrank…

Wahrscheinlich sehne ich mich in ein paar Jahren nach Kuscheleinheiten mit der Brut und und würde ganz gerne meinen Nachtschlaf dafür opfern. Das kann sein. Im Moment überlege ich, ob ich übers Wochenende ins Hotel ziehe – am besten in einen abgelegenen Berggasthof. Jetzt hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Music in the House

Da habe ich die Tochter 6 Jahre lang zum Geigenunterricht gefahren und zum Ueben gezwungen, ich Tiger-Mom (und nein, 20 Minuten jeden zweiten Tag ueberfordern kein Kind! Und wenn sie einmal dabei war, hat sie oft von allein weitergeuebt). Seit sie in der Middle School ist, stehe ich Montag und Mittwoch noch vor dem Hahnenschrei auf, damit sie 6:20 Uhr ihren Schulbus erreicht, der sie zur Orchester-Probe gegen 7 in die Schule faehrt. Die naechsten 3 Wochen darf ich mich Montag bis Donnerstag zur Unzeit aus dem Bett quaelen, da sie sich verpflichtet hat, im anderen Orchester auszuhelfen, da dort zu wenig Kinder mit zum Musikwettbewerb fahren und sie ja schliesslich gewinnen wollen. Ich habe mich anmeckern, -mosern und -motzen lassen. Ihre Laune ausgehalten, nachdem ihre Geigenlehrerin sie geruegt hat, dass sie zu wenig uebt. Und dem Gatten verklickert, dass eine grosse Geige gekauft werden muss, da die nicht mehr verliehen werden, und zwar nicht unbedingt eine billige aus China. Manchmal war ich kurz davor, aufzugeben und sie aufhoeren zu lassen. Wozu tu ich mir den Stress eigentlich an?

Ja, wenn sie ihre Uebungsstuecke kann, spielt sie vor. Der stolze Glanz im Gesicht nach den Recitals und die Verbeugung des ganzen Orchesters bei den Schulkonzerten. Der Gewinn der Trophaee beim Hershey Park Musikfestival letztes Jahr. Das sind so die Momente, die sie und mich dranbleiben lassen.

Dieses Jahr spielt sie im Recital der Musikschule ihr erstes Duett, „Concerto for Two Violins“, 1st Movement, von Johann Sebastian Bach (Tschohaenn Sebestschien Back *grusel*), die zweite Violine. Ich habe die Maedchen heute ueben hoeren. Fuer mich klang das Carnegie Hall-reif. Mindestens. 

Die Soehne sind in drei Wochen faellig. Recital der Klavierschule. Mit Schlips und Kragen. 

Hach.

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Nach dem Spring Break

Seit Freitag sind wir wieder zurueck. Backpacking war nicht, da der Gatte meinte, mit den Kids sei ihm das noch nix. Also waren wir „nur“ campen, und zwar im Shenandoah National Park, resp. in einem kleinen State Park dort (Shenandoah River State Park Andy Guest).

Zunaechst sind wir aber ueber Gettysburg gefahren und haben dort die „self-guided auto tour“ ueber das Schlachtfeld-Gelaende gemacht. Anfang Juli 1863 fand hier die entscheidende Schlacht zwischen den Nord- und Suedstaaten im amerikanischen Buergerkrieg statt und es ist eine nationale Gedenkstaette in den USA. General Meade fuehrte eine 93000 Mann starke Armee gegen die 70,000 von General Lee, der fuer die Suedstaaten kaempfte. Am Ende waren 28,000 Menschen tot oder verwundet. Wahnsinn.

Immerhin gabs ein Hotel mit Indoor-Pool. Am naechsten Morgen fuhren wir weiter nach Sueden, von Pennsylvania ueber West Virginia nach Virginia. Wir hielten in jedem Welcome Center an und nahmen Kartenmaterial mit. In Front Royal, dem Nordzugang zum Park, wurde uns nochmal der Andy Guest State Park mit Campingplatz empfohlen. Die netten Damen riefen sogar dort an, um zu sehen, ob noch was frei waere. War frei, aber nur auf dem Wohnmobil-Campingplatz. Das war mir nur recht, Strom- und Wasseranschluss am Stellplatz ist was wert. Leider auch nur bis Freitag, da das Osterwochenende schon ausgebucht war. Aber gut.

Wir suchten uns einen Stellplatz aus – von 35 Stellplaetzen waren nur 10 belegt – und meldeten uns an. Wir bauten in aller Ruhe das Zelt auf. Dann fuhren wir nochmal ins 8 Meilen entfernte Front Royal und kauften Grillzeug und Vorraete ein. Abends gab es lecker Wuerstchen und Steaks vom Grill. Es wurde empfindlich kuehl. Das Thermometer zeigte gegen 20 Uhr 9 Grad Celsius. Wir zogen verschiedene Lagen Fleece Pullover und Hosen an. Dank Toechterlein hatten wir genuegend Decken eingepackt. Die brauchten wir auch! Das Thermometer fiel auf unter Null Grad. Am naechsten Morgen war die Tischdecke mit Rauhreif ueberzogen.

Wir entfachten ein Feuer und der grosse Sohn brutzelte Bacon. Der Gatte briet Eier, die Tochter machte Toast. Zum Aufwaermen gabs fuer die Kinder heisse Schokolade und fuer die Erwachsenen Kaffee. Es wurde dann aber schnell sehr warm – bis zu 30 Grad – und wir holten uns fast alle einen Sonnenbrand, da wir die Kraft der Sonne doch unterschaetzten.

So gingen die Tage dahin. Grosser Sohn und Tochter lasen Band 2 und 3 der Hunger Games. Der kleine Sohn spielte Boardgames, Ball und Karten. Wir machten eine Wanderung und einen Ausflug zu der Tropfsteinhoehle in Luray. Abends sassen wir am Campingfeuer und assen Gegrilltes. Natuerlich gabs auch Stockbrot und geroestete Marshmellows. Ueberwiegend hingen wir in der Sonne ab und erholten uns. Die naechsten beiden Naechte waren nicht mehr so kalt. Leider liess die Luftmatratze der Herren Luft und so schliefen sie nicht sehr weich, aber durch Isomatten trotzdem gut gepolstert. Die Nacht auf Freitag versprach wieder kalt zu werden und wir mummelten uns noch mehr ein. Gut schlafen geht anders.

Freitag packten wir in 3 Stunden alles ein, machten noch eine Wanderung, um gegen 15:15 Uhr nach Hause aufzubrechen. In Washington speissten wir in einem Olive Garden zu Mittag und Abend gleichzeitig und waren halb elf Uhr nachts zu Hause. Am naechsten Tag setzte sich der Gatte wieder in die Sonne, um seinen braunen Teint zu erhalten. Naja, sollen sie im Buero ruhig denken, wir waren auf Hawaii…

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Spring Break

Liebe Eltern, freut Euch, wir planen eine Backpack-Tour in die Berge waehrend des Spring Breaks. Leider koennen wir da kaum bloggen, denn in den Waeldern gibst seltenst Internetanschluss. Aber seid beruhigt, das Survival-Handbuch haben wir im Gepaeck…

Gruesse,
Anja.

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